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Buchorakel

Freitag, 4. September 2009

absolute beginner

Sache des Unwissenden ist es, andere wegen seines Missgeschicks anzuklagen; Sache des Anfängers in der Weisheit, sich selbst anzuklagen; Sache des Weisen, weder einen anderen, noch sich selbst anzuklagen.
Epiktet

Dienstag, 29. Januar 2008

Buchorakel

Zu Fuss und fröhlichen Herzens schlage ich die freie Strasse ein,
Gesund, frei, vor mir die Welt;
Vor mir der lange braune Pfad, der mich führt, wohin ich nur will.

Fortan verlang ich kein Glück; ich selbst bin das Glück. Fortan wimmere ich nichts mehr, verschiebe nichts mehr, brauche nichts.
Vorbei sind die Klagen zwischen dumpfen vier Wänden und
Bibliotheken, vorbei gallige Kritik.
Rüstig und zufrieden schreit ich die freie Strasse hin.


Walt Whitman: Grashalme - Gesang von der freien Strasse

Sonntag, 9. Dezember 2007

bäh?

Mir wollen keine bäh!-Bücher mehr einfallen. Eine der positiven Seiten des Vergessens, immerhin.
Doch, halt: der "Ulysses". Und ein esoterisches von Louise Hay oder Heu oder so - nach dem Motto: Schmerzen an den Fingern? Loslassen! Bauchweh? Sich vom Bauchgefühl leiten lassen. Verspannter Nacken? Ihnen sitzt die Angst drin. Krank? Selber schuld, eigentlich. Was leben Sie auch so unbewusst vor sich hin?

Sonntag, 7. Oktober 2007

Vorsicht Bücher!

"Von frühester Kindheit an war ich ein leidenschaftlicher Leser. Ich wünschte mir nichts als Bücher zu Weihnachten, zwanzig und dreissig gleichzeitig. Bis ich etwa fünfundzwanzig war, ging ich niemals aus dem Haus, ohne dass ich ein Buch oder mehrere unter den Arm geklemmt hatte. Ich las beim Aufstehen, während ich zur Arbeit ging, und memorierte oft lange Passagen meiner Lieblingsdichter. Ich entsinne mich, dass Goethes Faust hierzu gehörte.
Dieses ständige Verschlingen von Büchern hatte vor allem das Ergebnis, dass es mich zu weiterer Empörung entflammte, meinen geheimen Wunsch nach Reisen und Abenteuern aufstachelte und mich gegen die Literatur einnahm. Es flösste mir gegen meine ganze Umgebung Verachtung ein, entfremdete mich allmählich meinen Freunden und verlieh mir jenen eigenbrötlerischen und exzentrischen Charakter, der zur Folge hat, dass man als "sonderbarer Zeitgenosse" bezeichnet wird. "

Henry Miller: Vom grossen Aufstand

Sonntag, 9. September 2007

immer schön aufm Boden bleiben

Es war, wie gesagt, ein herrlicher Tag und die Luft war so frisch und leicht, dass es ein Vergnügen sein musste, darin zu fliegen. Und mit jeder neuen Schar Wildgänse, die vorüberflog, wurden die zahmen Gänse aufgeregter. Ein paarmal schlugen sie mit den Flügeln, als hätten sie grosse Lust, mitzufliegen. Aber jedes Mal sagte eine alte Gänsemutter: "Seid nicht verrückt, Kinder, das hiesse so viel wie hungern und frieren."
Bei einem jungen Gänserich hatten die Zurufe ein wahres Reisefieber geweckt. "Wenn noch eine Schar kommt, fliege ich mit!", rief er.
Jetzt kam eine neue Schar und rief wie die anderen. Da schrie der junge Gänserich: "Wartet, wartet, ich komme mit!" Aber er war des Fliegens so ungewohnt, dass er wieder auf den Boden zurückfiel.


Selma Lagerlöf: Nils Holgerssons schönste Abenteuer mit den Wildgänsen

Sonntag, 19. August 2007

ach ja

Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich -
aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln
und das Leben geht weiter,
als wäre man nie dabei gewesen.


Ödön von Horvath: Kasimir und Karoline

Mittwoch, 13. Juni 2007

querelas

Grösstenteils schafft man sich seinen Ärger selbst, entweder durch falschen Verdacht oder weil man Kleinigkeiten zu ernst nimmt. Oft überfällt uns der Zorn, öfters verfallen wir ihm. Dabei darf man sich ihm nie willentlich überlassen und wenn er uns überkommt, sollte er zurückgedrängt werden.

Seneca: Der Zorn

Sonntag, 10. Juni 2007

Buchorakel (7)

Behüt dich Gott Welt, denn dieweil man dir nachgehet, verzehret man die Zeit in Vergessenheit, die Jugend mit Rennen, Laufen und Springen über Zaun und Stiege, über Weg und Steg, über Berg und Tal, durch Wald und Wildnis, über See und Wasser, in Regen und Schnee, in Hitz und Kält, in Wind und Ungewitter; die Mannheit wird verzehrt mit Erzschneiden und -schmelzen, mit Steinhauen und -schneiden, Hacken und Zimmern, Pflanzen und Bauen, in Gedanken Dichten und Trachten, in Ratschläge ordnen, Sorgen und Klagen, in Kaufen und Verkaufen, Zanken, Hadern, Kriegen, Lügen und Betrügen; das Alter verzehrt man in Jammer und Elend, der Geist wird schwach, der Atem schmeckend, das Angesicht runzlicht, die Länge krumm, und die Augen werden dunkel, die Glieder zittern, die Nase trieft, der Kopf wird kahl, das Gehör verfällt, der Geruch verliert sich, der Geschmack geht hinweg, er seufzet und ächzet, ist faul und schwach, und hat in Summa nichts als Mühe und Arbeit bis in Tod.


H.J.Chr. von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus

Donnerstag, 8. März 2007

Buchorakel (6)

Das ist es, was sie meinen, wenn sie Reife sagen: Man ist an dem Punkt angekommen, wo man glaubt, sein Leben verpfuscht zu haben. Sie hätte mehr lernen sollen, im voraus; sie hätte alles genauer beobachten sollen, ehe sie sich kopfüber hineinstürzte; aber es tut ihr nicht leid.

Margaret Atwood: Die Unmöglichkeit der Nähe

Mittwoch, 1. November 2006

Buchorakel, nicht ganz zufällig

Und plötzlich fiel es ihm wieder ein: Er war ja im Irrenhaus! Und wunderte sich, dass einer sich erlaubte zu spinnen!

...sagt Wachtmeister Studer in Matto regiert" von Friedrich Glauser


be my guest

mailto: chamaeleon123@hotmail.com countonyou: X-Stat.de

Featuring:

Das CHAMÄLEON wechselt natürlich ständig die Farbe. Es läuft öfters rot an vor Wut wenn es wieder einmal an allem schuld sein soll, wird höchstens gelb vor Neid wenn es Reiseberichten anderer Leute zuhört oder ist ab und zu blau, weil es immer mal wieder die Luft anhalten soll. Der KLEINE BÄR ist mittlerweile gar nicht mehr sooo klein und muss derzeit hauptsächlich mit List und allerlei Tücke von seinem Nintendo DS weg und zu den übrigen Freuden des Lebens hingeführt werden. Er verbringt gerne viel Zeit in seiner kuschligen Bärenhöhle und hält Schule für eine schlimme Verschwendung seiner Zeit. Der Bär ist von sanftem Charakter, manchmal aber brummt er gehörig. Der KLEINE WOLF ist für jede Aktivität zu haben - ausser manchmal für Geschirrspülmaschine ausräumen. Er legt gerne weite Strecken zurück, auch in Fussball- oder Schlittschuhen - und jagt unermüdlich nach süssem Naschwerk. Ab und zu knurrt er grimmig, heult wild und zeigt die Zähne. Macht aber gar nichts. Der LIEBSTE schliesslich ist eben einfach der Liebste. Meistens jedenfalls. Ferner wären da noch das überaus treue SCHLECHTE GEWISSEN. Und natürlich ERNST...

(...)
aaaargh!
aha!
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