Sonntag, 16. September 2007

der Wolf zweifelt

Es führt kein Weg dran vorbei, und ja, ich weiss: kulturgeschichtliches Erbe, etc, usw. - auch der Wolf will jetzt Bibelgeschichten hören vor dem Einschlafen. Und zwar alles - vom Urknall, äh, der Schöpfung der Welt in sieben Tagen bis zur wunderbaren Brotvermehrung.
Eine Kinderbibel, in der selbst alttestamentarische Greueltaten kindgerecht aufbereitet nachzulesen sein sollten, hilft bei dieser erzieherischen Herausforderung wenig. Denn: Eva, aus einer Rippe Adams geschaffen? Gott, der Kains Opfergabe nicht beachtet und Abels über alle Massen lobt? Der Herr, der Lots Frau zur Salzsäule erstarren lässt, bloss weil sie unartig war und zurückgeschaut hat auf das brennende Sodom und Gomorrah? Und alle jämmerlich ertrinken lassen während der Sintflut, ausser Noah mit seiner Familie und den Tieren auf der Arche. Also wirklich.
Und als Krönung (denn weiter sind wir noch nicht gekommen, beim Vorlesen): Abraham soll seinen Sohn töten, bloss weil Gott ihn testen will. Ich gerate, vorlesend, selber wieder ins Staunen über diese - ach, lassen wir das.
Man kann es dem Wolf jedenfalls gar nicht verübeln, wenn er stirnrunzelnd sein Unverständnis kundtut über eine pädagogisch derart fragwürdige Aktion und das autoritäre Gebaren dieses Gottes. Denn der historische Kontext ist ihm ja voll egal, weshalb ich persönlich ja mit den Bibelgeschichten lieber noch ein Jahrzehnt zuwarten und mich darauf beschränken würde, bei Wolf und Bär die Wahrnehmung von Gut und Böse zu schärfen und das soziale Bewusstsein zu stärken.
Vielleicht kann Jesus die Scharte auswetzen: Blinde zu heilen, Lahme wieder zum Gehen zu bringen und vor allem: die Geldwechsler und die Taubenhändler aus dem Tempel zu jagen und ihre Tische dabei über den Haufen zu schmeissen - das wird dem ebenfalls sehr rebellisch veranlagten kleinen Wolf gefallen!


gelesen:


Michael Robotham
Sag, es tut dir leid


Simone Buchholz
Bullenpeitsche


John Williams
Stoner


Stephen King
Doctor Sleep


Paul Auster
Winter Journal

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Das CHAMÄLEON wechselt natürlich ständig die Farbe. Es läuft öfters rot an vor Wut wenn es wieder einmal an allem schuld sein soll, wird höchstens gelb vor Neid wenn es Reiseberichten anderer Leute zuhört oder ist ab und zu blau, weil es immer mal wieder die Luft anhalten soll. Der KLEINE BÄR ist mittlerweile gar nicht mehr sooo klein und muss derzeit hauptsächlich mit List und allerlei Tücke von seinem Nintendo Wii weg und zu den übrigen Freuden des Lebens hingeführt werden. Er verbringt gerne viel Zeit in seiner kuschligen Bärenhöhle und hält Schule für eine schlimme Verschwendung seiner Zeit. Der Bär ist von sanftem Charakter, aber ausserdordentlich eigensinnig. Und manchmal brummt er gehörig. Der KLEINE WOLF ist für jede Aktivität zu haben - ausser manchmal für Geschirrspülmaschine ausräumen. Er legt gerne weite Strecken zurück, auch in Wander- oder Schlittschuhen - und jagt unermüdlich nach süssem Naschwerk. Ab und zu knurrt er grimmig, heult wild und zeigt die Zähne. Macht aber gar nichts. Der LIEBSTE schliesslich ist eben einfach der Liebste. Meistens jedenfalls. Ferner wären da noch das überaus treue SCHLECHTE GEWISSEN. Und natürlich ERNST...

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