schneidenfärben
Man muss ja auch mal zum Gwafför. Auch wenns kein Schwein merkt danach. Während der Gwafför bei Männern höchstens 15 Minuten rumschnippelt und -rasiert, gehts im Damenfach nicht ohne haarstärkende Spülungen, Kopfhautmassagen und scherenklapperndes Kunstschneiden am lebenden Modell.
Es gab ja Zeiten, da habe ich solche Performancesitzungen genossen: Espressoschlürfen, rauchen (durfte man damals noch, sogar beim Gwafför), Zeitschriften lesen. Niemand wartete. Des Liebsten Vorgänger kümmerten sich nicht um die Agendafeinplanung - Hauptsache, die wilden Locken lockten sich unbändig unter dem Motorradhelm hervor.
Heute ist das anders. Nicht, dass sich der Liebste effektiv der Terminplanung annehmen würde. Deshalb: Wolf und Bär irgendwo unterbringen, bange darauf hoffend, dass sie dort nicht gerade einen Vulgärslangkurs veranstalten oder beim Fussballspielen auf Mädchenköpfe zielen. Nervös langweilige Hefte durchblättern und alles, was geschrieben steht, sofort wieder vergessen. Auf die Uhr schauen. SMS schreiben (konnte man früher nicht! wirklich!)Unterhaltungen führen (über die Roothaarige in "Deutschland toppt das Supermodel") und Interesse heucheln an den Ferienplänen der Sitznachbarin zur linken (Méches, blonde Tönung, Ibiza) und den Hundeerziehungstipps der Langhaarigen zur rechten (nur die Spitzen. Nur! die Spitzen!) . Nicht, ´dass ich einen Hund hätte. Aber man kann ja schlecht starr in den Spiegel glotzen, das wirkt uncool psychopathisch.
Zwei Stunden vergehen. Ich wedle hysterisch mit den Armen, als die Trockenhaube mit einem Paris-Hilton-Song das Ende der Trockenhaubenzeit anzeigt. Der Gwafför tätschelt beruhigend meinen Arm, als er merkt, dass er die falsche Farbe aufgetragen hat. Und zu kurz ist es auch, das neue Haar. Von Locken kann keine Rede mehr sein. Meine Ohren sind voller Farbe, millimeterkurze Härchen überziehen neckisch meinen Brustansatz. Ich fühle mich 10 Jahre älter.
"Du siehst wunderschön aus" salbadert der Bär schon ganz gentlemanlike beim Nachtessen. Nach einer Zetermordiopredigt an die versammelten Wildtiere über die Gabe der Aufmerksamkeit, liebevolles Interesse und grundsätzlich: Empathie. Gleichberechtigung. Missachtung der Hausfrauenpflichten (dort endet es jedesmal, beim Predigen.) Und doppelt mit philosophischer Taktik nach:"Aber ehrlich gesagt: genauso wie immer."
Schachmatt.
Es gab ja Zeiten, da habe ich solche Performancesitzungen genossen: Espressoschlürfen, rauchen (durfte man damals noch, sogar beim Gwafför), Zeitschriften lesen. Niemand wartete. Des Liebsten Vorgänger kümmerten sich nicht um die Agendafeinplanung - Hauptsache, die wilden Locken lockten sich unbändig unter dem Motorradhelm hervor.
Heute ist das anders. Nicht, dass sich der Liebste effektiv der Terminplanung annehmen würde. Deshalb: Wolf und Bär irgendwo unterbringen, bange darauf hoffend, dass sie dort nicht gerade einen Vulgärslangkurs veranstalten oder beim Fussballspielen auf Mädchenköpfe zielen. Nervös langweilige Hefte durchblättern und alles, was geschrieben steht, sofort wieder vergessen. Auf die Uhr schauen. SMS schreiben (konnte man früher nicht! wirklich!)Unterhaltungen führen (über die Roothaarige in "Deutschland toppt das Supermodel") und Interesse heucheln an den Ferienplänen der Sitznachbarin zur linken (Méches, blonde Tönung, Ibiza) und den Hundeerziehungstipps der Langhaarigen zur rechten (nur die Spitzen. Nur! die Spitzen!) . Nicht, ´dass ich einen Hund hätte. Aber man kann ja schlecht starr in den Spiegel glotzen, das wirkt uncool psychopathisch.
Zwei Stunden vergehen. Ich wedle hysterisch mit den Armen, als die Trockenhaube mit einem Paris-Hilton-Song das Ende der Trockenhaubenzeit anzeigt. Der Gwafför tätschelt beruhigend meinen Arm, als er merkt, dass er die falsche Farbe aufgetragen hat. Und zu kurz ist es auch, das neue Haar. Von Locken kann keine Rede mehr sein. Meine Ohren sind voller Farbe, millimeterkurze Härchen überziehen neckisch meinen Brustansatz. Ich fühle mich 10 Jahre älter.
"Du siehst wunderschön aus" salbadert der Bär schon ganz gentlemanlike beim Nachtessen. Nach einer Zetermordiopredigt an die versammelten Wildtiere über die Gabe der Aufmerksamkeit, liebevolles Interesse und grundsätzlich: Empathie. Gleichberechtigung. Missachtung der Hausfrauenpflichten (dort endet es jedesmal, beim Predigen.) Und doppelt mit philosophischer Taktik nach:"Aber ehrlich gesagt: genauso wie immer."
Schachmatt.
chamäleon123 - 20. Mai, 11:37