aaaargh!
Der Liebste ist zum Glück ein geduldiger Mensch. Wenn er von des Tages Arbeit heimkommt und ermattet in den Sessel sinkt, rügt er mich niemals, weil es in den Gemächern aussieht als sei gerade Barbarossa mit einer wilden Horde Kriegsgurgeln hindurchgaloppiert. Natürlich würde ich auf entsprechende Bemerkungen wie eine Furie reagieren und es ist anzunehmen, dass er es deshalb nicht tut. „Wolf und Bär. Hm.“, sage ich manchmal in einem halbherzigen Versuch, das Chaos zu entschuldigen. Oder: „Arbeit 2. Extrem viel zu tun heute.“ Er nickt.
Er ahnt vielleicht, dass es im Leben einer Frau Tage gibt, an denen gar nichts gelingt. Nichts. Nada. Rien. Man erledigt zwar tatkräftig ein Fitzelchen Arbeit 2 und krempelt anschliessend entschlossen die Ärmel nach hinten, um sich der Pflege des Hauses anzunehmen. Die da heisst: Staubsaugen. Wäsche waschen. Aufräumen. Kloschüsseln putzen. Nur: wo anfangen? Man faltet hier ein paar Unterhosen und nimmt dort einen Packen alter Fotos zum 87364876mal in die Hand, um sie endlich irgendwo einzukleben. In das Album mit „Bär - 1997“ beispielswiese – nur: wo ist das Teil? Und wo sind die Fotokleber? Also lieber staubsaugen, dabei sollte man schon längst einmal den Estrich…jedenfalls sitzt man an solchen Tagen um vier Uhr nachmittags mit einem Korb Bügelwäsche als Alibi vor dem Fernseher und schaut „Für alle Fälle Amy“ oder „Gilmore Girls“. Bis der Liebste heimkommt und schweigend über die PET-Flaschen stolpert, die seit 72156 Tagen auf der Treppe stehen, bereit zur Entsorgung. „Ich hatte Stress“, sagte ich dann trotzig. Und zappe rasch auf einen Nachrichtensender.
chamäleon123 - 24. Jun, 21:31
Ich wollt`ich wär `ne Schnecke
Ich säss`dann in der Hecke
Und fühlte mich sauwohl
Ich schliche durch den Regen
lobte den nassen Segen
und frässe ganz frivol
nur Kräuter und Salate
ganz ohne fette Tarte.
Ach, wär` das ein
Schleck,
als Schneck.
chamäleon123 - 17. Jun, 13:09
Sie sind laufend erreichebar und haben viel Zeit??
In einen Konzern zu arbeiten waere Ihnen interessant?
Bitte bei uns an elfielfi4@freemail.ru kurz melden, die Details kommen unverzueglich.
Nicht dass ich viel Zeit hätte, eigentlich. Aber erreichebar wäre ich ja grundsätzlich und nachdem ich nun meinen aktuellen Stundenlohn ausgerechnet habe (31 Franken und 10 Rappen, ehrlich wahr) wäre ich "massig Zaster in keine Zeit" nicht abgeneigt. Wenn ich nur nicht so misstrauisch wäre, wäre es mir schon interessant, Frau elfielfi4. Ach.
chamäleon123 - 13. Jun, 15:20
Ich wollte, ich müsste drei Wochen lang gar nichts mehr reden.

Oder sogar länger.
chamäleon123 - 17. Mai, 15:39
Das würde ich gerne Herrn Bolliger von der Migros fragen, träfe ich ihn einmal an einem Apéro oder einem VIP-Bankett: Wer wählt eigentlich die Musik aus, die einem als Kundin in die Ohren schallt, wenn man arglos bei den Tomaten steht oder angestrengt die mikroskopisch kleine die Inhaltsangabe auf einer Waschmittelpackung zu entziffern versucht?
Es gäbe ja sicherlich Tonkonserven, die dezent und säuselnd für jenes Wohlbehagen sorgen würden, das den Kunden zum euphorischen Kauf von noch mehr Aktions-Duschmittel oder WM-Fanartikeln verleiten soll. In der Filiale unserer Stadt dagegen schallen Schlager in einer derart ohrenbetäubenden Penetranz zwischen den Gestellen hindurch, dass ich bereits den Kauf von Ohrstöpseln (Aktion!) in Erwägung gezogen habe. "Koooom zurück zuuuu miiir" dröhnt es bei den Gurken, kaum bin ich beim Fleisch jammert es tremulierend "geeeeeh nicht, mein Schatz".
Ja was denn jetzt? "Versüsse Dir Dein Leeeeeeben mit mir!" lockt mich der Schlagerbarde zu den Pralines, um mir dort auf der Stelle einen allfälligen Genuss zu vergällen: "Ich halte Deine schlanke Taiiiiiille", heult er, der weinerliche Jammerlappen. Und so geht es weiter und ich werde immer wütender darüber, dass ich niemals zu den wirklich wichtigen Apéros oder Banketten eingeladen werde und somit bis ans Ende meines Kundinnen-Lebens der Schlagerbeschallung ausgesetzt sein werde. Oder hat das etwas System, vielleicht als Fördermassnahme für den serbelnden Hauslieferdienst "Le Shop"? "Du bist die Sooooone meines Lebens!" stöhnt es jetzt flächendeckend aus den Lautsprechern. Ach ja: Sonnencreme. Vielleicht ist Aktion.
chamäleon123 - 8. Mai, 10:53
Selbst mit einem Job als
- Moderatorin einer absolut schwachsinnigen Show im Fernsehen
- Fachangestellte bei der Wichtig GmbH
- Verwaltungsratspräsidentin bei der Oberwichtig &
Töchter Söhne
- Leiterin eines Putzinstitutes mit einer einzigen Angestellten
- Kursorganisatorin bei der Volkshochschule
- Ordnungsbeauftragte in der Dokumentationsstelle eines grossen Insektizidherstellers
- Aufsichtsperson im Hochsicherheitsgefängnis
- Papierkorbleererin bei der IBM
liessen sich mehr Lorbeeren ernten als für die zermürbende und ermüdende Hin- und Herspringerei zwischen Geldverdienarbeit und Bären- und Wolfdompteuse. Ich werde künftig aus lauter Trotz
"Nichts!" sagen auf die wirklich allerwichtigste Frage der Welt: "Was arbeiten Sie?"
chamäleon123 - 9. Apr, 13:46
...wenn der Bär seine Rechenhausaufgaben macht (2124:6) und ich heimlich mit dem Taschenrechner nachrechnen gehe.
Ach wie gut dass niemand weiss
dass ich nicht rechnen kann.
So`n Scheiss.
chamäleon123 - 11. Mrz, 13:35
Um mich tagtäglich mit Arbeit 2 selber zu verwirklichen, vernachlässige ich sträflich unter anderem die Löcher in den Hosen von Wolf und Bär und lasse mich ab und zu - ungern zwar - von Bärenfreunden fragen "Warum ist es bei euch immer so unordentlich?" . Da ist es doch beruhigend zu lesen, dass man getrost auf den eitlen Drang zur beruflichen Nabelschau verzichten könnte und trotzdem glücklich und zufrieden wäre. Vorausgesetzt, der Liebste hätte monatlich lediglich eine Null mehr auf dem Lohnausweis:
Dennoch ist die Teilnahme am Arbeitsmarkt keine Voraussetzung fürs Lebensglück. Vor gut zehn Jahren befasste sich die Soziologin Tomke König mit den nicht berufstätigen Gattinnen von Topmanagern. Gegen ihre eigenen Erwartungen traf die Soziologin auf selbstbewusste Frauen, die sich mit den Aufgaben eines standesgemässen Haushalts sehr wohl zufriedengaben. Ausserdem genossen sie ihre prächtigen Häuser und Gärten. Von einer stillen Resignation in der finanziellen Abhängigkeit sei wenig zu spüren gewesen, erzählt König. «Die Managerfrauen haben mich eines Besseren belehrt.»
Basler Zeitung vom 3. März 2008
chamäleon123 - 5. Mrz, 10:28
Geht man beschwingt und mit akkurat geschnittenen und jugendlich gefärbtem Haupthaar durchs Einkaufszentrum und erntet augenfällig viele Blicke...
...liegts nicht am professionell abgedeckten Grauhaar oder dem trendigen Haarschnitt oder gar der beschwingten Erscheinung von Frau Chamäleon - sondern möglicherweise an vom Gwafför liederlich übersehenen grossen Batzen dunkelbrauner Farbe in den Ohren!
chamäleon123 - 23. Feb, 21:58
Auch wenn man den Hals tatsächlich auch buchstäblich häufig viel zu voll nimmt, gerät einem ab und zu doch etwas gehörig in den falschen Hals. Als ob man nicht schon genug am Hals hätte.

chamäleon123 - 22. Feb, 11:27