Mittwoch, 17. Februar 2010

+-/-+

Zweifellos bin ich die einzige Person weit und breit, die sich unbändig über einen guten Auftrag freut und gleichzeitig in rabenschwarze Verzweiflung über den zusätzlichen Eintrag auf der To-unbedingt-sofort-und-zack-zack-do-Liste verfällt.

Dienstag, 16. Februar 2010

...

Überhaupt ist Fasnacht im Grunde nur so richtig gut, wenn man nicht älter als sagen wir 22 Jahre alt ist und nach neun Stunden sambatanzendem Rock'n'Roll-Gefühl und ebensovielen wirklich grossen Gläsern Wodka in ein wenig frischgepresstem Orangensaft mit dem Lederjackenmann oder sonstwem auf einer Bank sitzt, morgens um acht, und davon redet, was man mit seinem Leben noch alles so anstellen will. Und alles ist wild und stark und irgendwie verflucht aufregend, man weiss nicht so recht warum man das denkt, schliesslich ist doch bloss Fasnacht. Aber der Mann redet geheimnisvolles Zeug und zündet einem die Camel an, man selber redet ebenfalls Mysteriöses und nippt verwegen am letzten Wodka, in dem die Eiswürfel längst geschmolzen sind.

Montag, 15. Februar 2010

ruf der wildnis

"Geh doch ein wenig dem Umzug zuschauen", sagt der Bär mit diesem ein ganz klein wenig mitleidigen Blick, als ich seinem Freund, der von grimmigen Maskierten brutal zerzaust wird, zu Hilfe eilen will. Der Wolf schaut mich peinlich berührt an. "Für Erziehungsberechtigte wilder Wölfe und Bären gilt in der Öffentlichkeit und insbesondere an der Fasnacht ein Sicherheitsabstand von mindestens 15 Metern", denkt er wahrscheinlich. Oder so ähnlich.

Mittwoch, 10. Februar 2010

pst.

Also Schweigen ist auch keine Lösung. Wenn der Liebste schweigt und ich schweige zurück, spricht das ja für sich.

Freitag, 5. Februar 2010

familienidylle, vol. 987623987

Wolf: Das ist doch kein Mittagessen. Irgendwie ist das nur so ein Zvieri.
Bär: schaukelt auf seinem Stuhl. Hmmmh. Diese Eier find ich nicht gut. Hats keinen anderen Käse?!
Wolf: Du weisst doch, dass ich keinen Salami mag.
Chamäleon: Zum Bären: Hör bitte auf zu schaukeln. Nein, nur diesen Käse. Zum Wolf: Mach doch wieder mal ein paar Vorschläge, was Du gerne essen würdest. Und letzte Woche mochtest Du Salami noch ganz gern.
Wolf: Pouletstäbchen. Pomfrit.
Bär: Bratwürste. Curryreis.
Chamäleon: Aber das hatten wir ja letzte Woche und vorletzte und vorvorl...
Bär: Ist doch egal.
Wolf: Stimmt doch gar nicht. Darf ich ein neues Handy?
Wolf und Bär: kreischen beide los, keine Ahnung weshalb.
Chamäleon: Hört doch auf!
Bär: schaukelt mit dem Stuhl, wischt sich den frischkäseverschmierten Mund am schwarzen Sweatshirträrmel ab.
Chamäleon: (...!!!)
Bär: Steht vom Tisch auf und macht mit dem Wolf einen Ringkampf. Kreischend.
Wolf: Hör auf! Hör auf! Mann! Spinnst Du! Darf ich noch eine Wurst?
Bär: Versteckt die Wurst. Hat keine mehr. Ätsch.
Wolf: brüllend: Das ist gemein! Arsc....
Chamäleon: Ja gehts euch denn noch gut!? Hallo!? Essen?! Oder was!?
Bär: Kann Dir doch egal sein. Geh doch du einfach rauf!
Wolf: Mann, bist Du gestresst!
Chamäleon: geht rauf. Ist gestresst.

Donnerstag, 4. Februar 2010

morgenstund hat holz im hammer

"Ich hasse es" , sagt der kleine Wolf frühmorgens über Frühstück und Handy-Katalog hinweg zu mir, "wenn Du einfach so nichts kapierst."

Samstag, 30. Januar 2010

psst.

Schweigen ist echt, echt schwierig. Eine Herausforderung. Es soll schliesslich kein trotziges Schweigen sein und kein wütendes, das einem vor lauter verschluckten Wortbrocken einen flauen Magen macht und Tränen in die Augen treibt. Sondern so ein weises, in erster Linie aufmerksam zuhörendes Schweigen. Mit mildem Lächeln, ab und zu nachdrücklichem, aber sanftem Tadel und wohlwollendem Nicken.
Schwierig, wirklich.
Vielleicht gibt es Volkshochschul-Kurse.

Mittwoch, 27. Januar 2010

...

Ein tolles Projekt, das mit dem Kleid und das mit dem tschüss . Soll ich das zweite schamlos kopieren?

sule isd komblitzirt

Mit dem Schweigen geht es etwas besser, denn der Bär ist im Skilager und da fällt schon mal ein gutes Drittel Redeschwall weg. Zudem hat der Liebste eine schweigsame Phase, das gibt es ab und an und beunruhigt mich nicht ein bisschen. Aber natürlich rede ich immer noch viel zuviel und muss mich noch sehr bessern.
Als schweigsame Erzieherin bin ich immerhin in guter Gesellschaft - denn manche Lehrkräfte, scheint mir, reden heutzutage auch nicht mehr so gerne mit den Kindern oder vielleicht kommen sie nicht mehr zu Wort in den Klassenzimmern vor lauter HeMann! und machen lieber Striche zur Strafe. Oder sie lassen die Unartigen nicht mitturnen - eine seltsame Strafe, scheint mir, aber davon verstehe ich ja nichts. Ratlosigkeit und Unverständnis war auch das vorherrschende Gefühl, als der kleine Wolf heute seinen Beurteilungsbogen heimbrachte. So heissen die Zeugnisse heutzutage und sie sind eine äusserst komplizierte Angelegenheit mit lauter Kreuzchen und Bemerkungen, deren Motivations- oder Informationsgehalt sich weder dem kleinen Wolf, noch mir erschlossen hat. "Der kleine Wolf ist ein anständiger Schüler" wurde ihm unter anderem beschieden, schriftlich, aber: er muss an sich arbeiten, wenn er sich noch verbessern will. Nur: woran denn? Ob er nun die Oberschenkelmuskulatur noch etwas trainieren sollte, ob er schöner schreiben soll oder besser aufpassen: wir wissen es nicht. Wir werden wohl die Lehrkraft fragen müssen, vielleicht mit Zeichensprache.


gelesen:


Michael Robotham
Sag, es tut dir leid


Simone Buchholz
Bullenpeitsche


John Williams
Stoner


Stephen King
Doctor Sleep


Paul Auster
Winter Journal

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Featuring:

Das CHAMÄLEON wechselt natürlich ständig die Farbe. Es läuft öfters rot an vor Wut wenn es wieder einmal an allem schuld sein soll, wird höchstens gelb vor Neid wenn es Reiseberichten anderer Leute zuhört oder ist ab und zu blau, weil es immer mal wieder die Luft anhalten soll. Der KLEINE BÄR ist mittlerweile gar nicht mehr sooo klein und muss derzeit hauptsächlich mit List und allerlei Tücke von seinem Nintendo Wii weg und zu den übrigen Freuden des Lebens hingeführt werden. Er verbringt gerne viel Zeit in seiner kuschligen Bärenhöhle und hält Schule für eine schlimme Verschwendung seiner Zeit. Der Bär ist von sanftem Charakter, aber ausserdordentlich eigensinnig. Und manchmal brummt er gehörig. Der KLEINE WOLF ist für jede Aktivität zu haben - ausser manchmal für Geschirrspülmaschine ausräumen. Er legt gerne weite Strecken zurück, auch in Wander- oder Schlittschuhen - und jagt unermüdlich nach süssem Naschwerk. Ab und zu knurrt er grimmig, heult wild und zeigt die Zähne. Macht aber gar nichts. Der LIEBSTE schliesslich ist eben einfach der Liebste. Meistens jedenfalls. Ferner wären da noch das überaus treue SCHLECHTE GEWISSEN. Und natürlich ERNST...

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(...)
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