Bär & Wolf GmbH

Mittwoch, 20. Januar 2010

Denkstoff

"Sind Hooligans dümmer oder Nazis?" lautete heute früh um sieben des kleinen Wolfes Morgenfrage.

Dienstag, 1. Dezember 2009

thinktank

Der Bär hat Geburtstag, artig packt er sein Geschenk aus, freut sich mit einem milden Lächeln, sagt danke - und widmet sich dann wieder seinem Manga. Er macht das immer so, aber ehrlich: er freut sich wirklich. Er kanns bloss nicht zeigen. Ich weiss das, wir alle sollten das jetzt so langsam über ihn wissen, aber insgeheim erwartet man doch immer sprachlose, überschwängliche, atemlose Freude samt ebensolcher Dankesbekundungen. "Kind", sprach ich also die zeremonielle Formel der darob etwas beleidigten Schenkenden, "Du darfst das Geschenk auch umtauschen, wenn es Dir nicht gefällt." Der Bär liest weiter, er hat das Manga zum Geburtstag geschenkt bekommen und freut sich gespannt lesend daran. Leise brummt er, nein, das Geschenk sei toll, er freue sich, wirklich sehr.
"Oder hättest Du vielleicht lieber eine andere Farbe? Ein anderes Modell? Ein..." bohre ich weiter, mitterweile überzeugt, ihm etwas völlig Unerwünschtes geschenkt zu haben.
"Hm?", unterbricht mich das sehr grosse Kind schliesslich und schaut mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, "Ich. Freue. Mich. Aber du denkst einfach immer so...zuviel."

Mittwoch, 18. November 2009

gripp mal

Jaja, die Schweinegrippe, da kommen auch wir nicht drumrum. Jetzt gerade liegt die Lehrkraft des Wölfchens darnieder, die Hälfte der Klasse hängt im Wartezimmer des Kinderarztes herum und wartet auf das Testresultat und der Bär gibt sich redlich Mühe, anständige Symptome hinzukriegen. Er hustet angestrengt, wenn er daran denkt und torkelt mit einem saft- und kraftlosen Gesichtsausdruck herum, vor allem frühmorgens - immerhin besteht da eine klitzekleine Chance, dass ich mich erbarme und ihm den Schulbesuch streng untersage. Er würde hauchen "Ach, es geht schon..", wohl wissend, dass eine zu schnelle Flucht zurück ins Bett verdächtig wirken würde - bei 35,4 Grad Körpertemperatur. Leider lassen sich die unerbittlich digital piepsenden Fieberthermometer auch nicht mehr so gut manipulieren wie die guten alten Quecksilbermessstäbe zu meiner Zeit.
Es hilft nichts, der Bär zottelte auch heute zur Schule. Verärgert brummend. Den Husten hatte er wieder vergessen.

Sonntag, 8. November 2009

hadschi halef omar

Kopfschüttelnd haben mich tugendhafte Eltern heute angeschaut, als ich des Wölfchens plastikgoldenes Rummelplatz-Krummschwert hielt, während er am Büchsenwerfen war. Ich fühlte mich einen winzigen Moment lang, als sei ich wieder 15 und hätte meine Punk-Jacke an (Armee-Look, ganz scheusslich). Es war grossartig und ich knurrte und schwang das Schwert, bis mich der Wolf mit einem Blick zur Ruhe mahnte.
Morgen, wenn er in der Schule ist, nehme ich den Mongolensäbel vielleicht zum Einkaufen, zerteile zwei bis drei Ananas damit und fühle mich wie Kara Ben Nemsi auf Abenteuertour. Da wird mir dann keine mit Smalltalk kommen!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Hauptsache gesund

Das mit dem gesunden Znüni ist ja auch so ein Dauerbrenner. Mal fordern Bär und Wolf Sesam-Knäckebrot, mal unbedingt Orangen, in mundgerechten Häppchen. Und fast immer hat man genau das grad nicht im Haus und keine Lust auf zermürbende Verhandlungen morgens um halb 7. Seit in der Schule die Gesundheitsayatollahs mit öffentlichem Zerstampfen von Halbweissbrotssandwiches und nicht-biologisch-angebauten Gurken drohen, ist die Sache noch komplizierter. Bald werde ich gezwungen sein, sämtliche Arbeiten aufzugeben und das Znünigemüse im eigenen Garten anzupflanzen.
Der Bär jedenfalls hat das Problem an der Wurzel gepackt und mir eines Morgens mutig gestanden, dass er seit Jahren sein Znüni verstohlen wegschmeisst, statt damit seinen Blutzuckerspiegel samt Konzentrationsfähigkeit zu päppeln. Er sei, begründet er dieses Verhalten, durch eine bis zur Unkenntlichkeit verschimmelte Banane schon in der ersten Klasse schwer traumatisiert worden und wolle nie mehr im Leben etwas Essbares in seinem Schulrucksack transportieren. Der Wolf, so erfuhr ich gestern, löste das Dilemma militärisch: er verwendete seine Biobanane in der grossen Pause als Laserschwert. Klar, dass er gegen die dynamisch-organischen Rüebli seines Gegners damit keine Chance hatte. Jetzt jongliert er jeweils mit drei Mandarinen - verstohlen in einer versteckten Ecke des Pausenplatzes: Mandarinen gibt's in unserem Grossvertreiler leider nur in IP-Qualität.

Donnerstag, 17. September 2009

anti-mainstream

"Ich will kein Handy", sagt der Bär, "lieber geniesse ich jetzt noch meine Kindheit."

Montag, 7. September 2009

yogibär reloaded

Den Bären nennen sie in der Schule seit Neustem "Jugo-Bär". Er hält die Finger zum Victory-Zeichen hoch - zweifellos hat das heute eine völlig andere Bedeutung, ich will für einmal nicht wissen, welche genau - und sagt "JoMann, schwör uf Dini MueterMann.", wenn ich ihn nach der Note im Franztest frage oder ob er heute schon Gitarre geübt hat. Mit verblüffend überzeugendem Idiom brummt er "wottschmi stresseMann, gitz eis uf.." hier insistriere ich meistens. Muss ich ja, als Erziehungsberechtigte. Aber ich lache, heimlich oder prustend am Mittagstisch, politisch überhaupt nicht korrekt, wenn der Jugobär loslegt. VollkrassMann!

Donnerstag, 3. September 2009

ablenkmanöver

Für die Hausaufgaben hat der kleine Wolf rund 10 Minuten. Für das Lamento vor- und nachher je 45 Minuten. Da kommt ganz schön was zusammen.

Mittwoch, 26. August 2009

Note: 3-4

Der Lehrer des kleinen Wolfs macht Testläufe für das Klassenrundtelefon. Er sagt morgens um sieben Dinge wie "Alle sollen einen Zettel mitbringen, auf dem ein A steht. Dies ist ein Test." Ich habe das sofort weitergemeldet; schliesslich muss das klappen, wenn dereinst die Grippe tobt und die Lektionen reihenweise ausfallen.
Der Wolf allerdings zottelte ohne Zettel in die Schule. Ich vergass, es auch ihm zu sagen, das mit dem A-Test.
Heute schellte der zweite Testruf. Diesmal: ein B auf dem Zettel. Wahrscheinlich wollte der Lehrer unsere Fähigkeit schulen, kleine, aber wichtige Nuancen zu registrieren. Ich schaffte das und war sehr erstaunt, dass ich darüber einen nicht unerheblichen Stolz empfand: Auftrag! Aufgeführt!
Wahrscheinlich ein altes Schultrauma.
Später sinnierte ich angestrengt darüber nach, ob Lehrkräfte Listen über Eltern führen. Frau Chamäleon, hiesse es dort, :nur temporär zuverlässig. Leistung: mangelhaft.

Freitag, 21. August 2009

wachstum

Ach, wie die Zeit vergeht. Der Bär hat jetzt dieselbe Schuhgrösse wie ich und einen eigenen Deoroller. Und am Wolf sind quasi über Nacht alle niedlichen T-Shirts auf Bauchfreigrösse zusammengezurpft. Er trägt jetzt die Shirts des Liebsten und ausserdem geht er jetzt in Hip-Hop-Schuhen durch den Tag, mit wiegendem Gang, Kapuze und finsterem Blick und ich kann von Glück reden, dass die Schuhverkäuferin, die mit verschwörerischer Miene murmelte: "Die Jungen tragen das jetzt mit offenen Schnürsenkeln..." schon weit über 50 und somit nicht massgebend für Schuhtrends war.


gelesen:


Michael Robotham
Sag, es tut dir leid


Simone Buchholz
Bullenpeitsche


John Williams
Stoner


Stephen King
Doctor Sleep


Paul Auster
Winter Journal

Suche

 

be my guest

mailto: chamaeleon123@hotmail.com countonyou: X-Stat.de

Featuring:

Das CHAMÄLEON wechselt natürlich ständig die Farbe. Es läuft öfters rot an vor Wut wenn es wieder einmal an allem schuld sein soll, wird höchstens gelb vor Neid wenn es Reiseberichten anderer Leute zuhört oder ist ab und zu blau, weil es immer mal wieder die Luft anhalten soll. Der KLEINE BÄR ist mittlerweile gar nicht mehr sooo klein und muss derzeit hauptsächlich mit List und allerlei Tücke von seinem Nintendo Wii weg und zu den übrigen Freuden des Lebens hingeführt werden. Er verbringt gerne viel Zeit in seiner kuschligen Bärenhöhle und hält Schule für eine schlimme Verschwendung seiner Zeit. Der Bär ist von sanftem Charakter, aber ausserdordentlich eigensinnig. Und manchmal brummt er gehörig. Der KLEINE WOLF ist für jede Aktivität zu haben - ausser manchmal für Geschirrspülmaschine ausräumen. Er legt gerne weite Strecken zurück, auch in Wander- oder Schlittschuhen - und jagt unermüdlich nach süssem Naschwerk. Ab und zu knurrt er grimmig, heult wild und zeigt die Zähne. Macht aber gar nichts. Der LIEBSTE schliesslich ist eben einfach der Liebste. Meistens jedenfalls. Ferner wären da noch das überaus treue SCHLECHTE GEWISSEN. Und natürlich ERNST...

Web Counter-Modul


(...)
aaaargh!
aha!
Bär & Wolf GmbH
Bücher
Buchorakel
daily soap
eigentlich
Erinnerung an...
Erkenntnisse
gelesen
getting older
HAHA!
moviestar
oh, my love
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren