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Mittwoch, 11. Juni 2008

rotweiss, oleole!

Farbenwechselnde Chamäleons habens ja von Natur aus nicht so mit dem blutroten Nationalstolz. Aber heute abend sehen wir natürlich rot-weiss - so oder so. Sehr gerne würde ich - hätte ich den roten Halbmond neben der italienischen Tricolore und dem Schweizerkreuz ebenfalls in Textil - beide Flaggen nebeneinander aus dem Fenster hängen. Und sei`s nur, um die Nachbarn gehörig zu ärgern.
Denn: was könnte jetzt subversiver sein, als keine Partei zu ergreifen?
schwiz
tuerkenflagge

Montag, 26. Mai 2008

zitiert

"Ich fürchte, intelligente Frauen werden gar nicht darum herumkommen, sich wieder zum Feminismus zu bekennen. Einige Optimistinnen haben wahrscheinlich geglaubt, der Kampf um Gleichberechtigung würde sich in dem Moment erledigen, in dem sie die Gelegenheit bekommen, ihre Fähigkeiten zu beweisen, und ihre Sache gut machen. "

Schriftstellerin Karen Duve in Zeit online

Donnerstag, 15. Mai 2008

Think!

Gehirn
Verfügte mein Gehirn über ein Repertoire dramatischer Gesten, würde es quasi jeden Morgen die Hände verrühren. "Alles schon mal gedacht!", meldet es jeweils resigniert, wenn sich des Chamäleons Denkwerk knarzend und quietschend in Bewegung setzt, um sich sofort irgendetwas Faszinierendem oder Unverständlichem zu widmen: Dem Einfluss von Fernsehsendungen auf die frühkindliche Prägung von Gewohnheiten und Vorlieben, dem Lohngefälle und dem grossen Geheimnis, das hierzulande daraus gemacht wird, der Daseinsberechtigung von Löwenzahn oder Zecken, der Vergänglichkeit des Daseins.
Aber: das Gehirn reagiert zunehmend gereizt auf solche Gymnastik: "Alles schon mal überlegt, reflektiert, zu Ende geplant, realisiert, verworfen. Alles schon gemalt, geschrieben, konstruiert und verkauft." meldet es ironisch, erlaubt einen kurzen Gedanken an die Millionen Dissertationen, die nahezu ungelesen in universitären Archiven zu Staub zerfallen und verlangt nach Drogen: dumpfe Fernsehserien, Frauenzeitschriften, Weblogs wie diesen, in denen Leute schreibend um Aufmerksamkeit heischen, die sie im realen Leben nicht bekommen. Es ist nicht dumm, das Gehirn und es weiss genau, wie es den trügerischen Schleier, der sich hochtrabend "Sinn" nennt, mit einem ratsch wegzurren kann. "Wozu denken, wenn alle Arbeit schon erledigt ist?" lässt es faul fragen - und man mag darüber gar nicht nachdenken.

Dienstag, 13. Mai 2008

99 Luftballons oder...

...das euphorische Gefühl, wenn man eine Arbeit, die einem schon seit Tagen auf dem Magen liegt - weil man sich partout keine Blösse geben möchte, aber insgeheim ganz genau weiss, dass man viel zu wenig über dieses Thema weiss - endlich ruckzuck erledigt hat. Oder zumindest den üblen Teil davon. Der Rest ist - och, sagen wir: Kür.

Dienstag, 29. April 2008

simultan spontan

Was ich auch nicht verstehe, echt, ist die Sache mit dem Spontansein. Ich bin sowas von unspontan, ich werde nicht gerne überrascht und ich mag es nicht, wenn am Sonntag um ein Uhr nachmittags spontan mal Leute vorbeikommen und fröhlich "Hallo" rufen im Korridor. Ich werde auch nicht gerne eingeladen, ganz spontan und wer jetzt von mir denkt, ich sei eine ganz und gar seltsame Zeitgenossin, so ist mir das ehrlich gesagt, ganz gleich: man kennt mich ja nicht, hier.
Jedenfalls: das mit dem Spontansein ist mir ein Rätsel. Denn tagaus tagein verlangt mir das Leben mit einem Wolf und einem Bären, einem Liebsten und einem Ernst, einem alten Haus und einem wilden Garten und dazu zwei Arbeiten vor allem eines ab: akribische Planung der gegebenen und umsichtige Vorausplanung der allfällig möglichen und vielleicht eintreffenden Vorfälle. Ich muss alles und jedes in Betracht ziehen, muss blitzschnell umdisponieren, wenn die Musikstunde des Wolfes ausfällt oder der Bär von der Schule heimkommt und sagt, er brauche jetzt sofort 23 leere Joghurtbecher und ein weisses T-Shirt in Grösse 164 und ich eigentlich unbedingt und auf Biegen und Brechen in der nächsten halben Stunde ein ansehnliches Stück Arbeit 2 beendet haben muss. Da ist nämlich auch niemand spontan, auf der Chefetage, und sagt milde: Och, halb so wild. Hetz Dich mal nicht so ungesund ab und lass Dir Zeit. Nein.
Trotzdem gilt Spontansein als eine grosse Tugend und man erntet nichts als Anerkennung, wenn man alles sofort beiseitewerfen kann, was man gerade in Händen hält (Kochkelle, Buch, Aktentasche, das Brett, das man normalerweise vor dem Kopf trägt) und spontan auf ein Gläschen in die Kulturbar kommt oder zum Tanzen oder eben als Gastgeberin spontan die Torte aus dem Kühlschrank holt und gutgelaunt auf den Tisch zaubert. Denn man soll ja nicht nur spontan, sondern auch fröhlich und aufgestellt sein, dankbar gar, wenn man mit Aktivitätsvorschlägen hinterrücks überrumpelt wird.
Ach. Uebrigens - hat nicht jemand Lust auf ein Gläschen, so ganz spontan?

Samstag, 26. April 2008

Leistungsnoten

Es ist ja manchmal auch so, dass man von seiner Tätigkeit als Wolf- und Bärenmutter ganz einfach nichts erzählen könnte, was sich nicht irgendwie belanglos und banal anhören würde. Das heisst nicht, dass es das auch wäre. Wirklich, ganz im Gegenteil. Aber wie erklärt man jemandem, der einen nach der durchaus ernstgemeinten Begrüssungsumarmung die ebenso gemeinte Frage stellt: Und? Was hast Du so gemacht? Darauf gibt es, genauso wie auf die ähnlich ertwartungsvolle Frage: Und? Wie geht es Dir? eigentlich nur eine mögliche Art von Antwort: man sagt zu einen Frage: Gut. Und Dir? Und zückt als Replik auf die andere Frage raschmöglichst die bedeutendsten Ereignisse der letzten Tage, Wochen oder Monate um blitzschnell Bilanz zu ziehen: Mit Regierungsrat M. geplaudert. An der Sitzung Traktandum X durchgeboxt. Für Arbeit 2 mindestens 4 ziemlich interessanten oder sehr wichtigen Personen begegnet, falls möglich am besten Promis. Kurse absolviert. Weiterbildungen eingefädelt. Prüfungen bestanden. Kurz: was einem im Leben halt so weiterbringt.
Aber als Momentanverweigererin ist das gar nicht so einfach. Sich mühevoll Ernst vom Hals haltend und sich angestrengt an eine Art Zen-Punkt des Alltags heranpirschend, fallen Kurse und Promis eben zwischen Stuhl und Bank. Man ahnt, dass suchen nicht unbedingt eine aktive Tätigkeit sein muss. Und lächelt ratlos auf die Gretchenfrage der Vorwärtsstrebenden. Weil: gemacht, so richtig, hat man ja eigentlich nichts. Die Ungeduld gezähmt im Allltag mit Wolf und Bär. Die Hektik im Zaum gehalten beim Switchen zwischen Arbeit 1 (Kind & Kegel) und Arbeit 2 (Schreibtisch & Intrigen). Ernst die Tür gewiesen. Sport getrieben, regelmässig und begeistert. Der Grossmutter zugehört und auf den Horizont gestarrt, frohgemut. Eine Leistung ist das alles, sakrament, aber: wem erzähl ich das? Und vor allem: wie?

Mittwoch, 16. April 2008

stumm. sprachlos.

Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts Ehrenamtliches mehr täte. Zum Beispiel sitze ich mehrmals jährlich für mehrere Stunden in einem Ausschuss, in dem es hauptsächlich darum geht, gute Ideen für eine Institution hervorzusprudeln oder aber zu -bröseln.
An der letzten Sitzung allerdings habe ich nicht einmal mehr gebröselt. ZU sehr lenkte mich mein gegenübersitzender Ausschusskollege ab, der - unter uns gesagt - eigentlich nie auch nur ein einziges Wort sagt. Auch kein kreatives.
Er sitzt da, schaut entrückt in die Ferne und nickt ab und zu vergeistigt, während der Ausschuss sich ereifert, debattiert, abschweift, referiert und kreatives Wirrwar absondert, aus dem sich ab und zu gute Ideen herausschälen lassen.
Er aber schweigt. Mein Kollege ist ein netter Mensch, ohne jeden Zweifel, aber an der letzten Sitzung machte ich statt kreatives Brainstorming fieberhaft nichts als Hochrechnungen: wieviele Stunden pro Jahr verbringt der schweigsame Beisitzer wohl insgesamt schweigend an verschiedenen Fachsitzungen, rechnete ich zunehmend fassungslos aus? Wieviele stille Sitzungsmitglieder sitzen jedes Jahr ohne ein Wort zu sagen an unzähligen Sitzungstischen, stumm einander anschauend und den schwatzhaften Kreativen vorwurfsvoll auf den Mund starrend? Vieviele Sitzungsstunden, ja -tage werden so weltweit einfach verschwiegen? Wieviele Wochen, gar Monate an Sitzungszeit vertröpfeln so in stumm übereinstimmender Schweigsamkeit?
Als ich das im Stillen während der letzten Ausschussitzung ausrechnete, hat es mir auf der Stelle die Sprache verschlagen.

Donnerstag, 10. April 2008

Und übrigens...

Was ganz genau bedeuten eigentlich die angelsächsischen

XXX

am Schluss von Briefen?

Küsse?
Grüsse?
Alles Liebe?
Was?
Was!?

Mittwoch, 5. März 2008

biegsam

Überhaupt scheint sich Flexibilität in jeder Hinsicht zu einer der grössten scheinbaren Tugenden der modernen Zeit zu entwickeln.

Dienstag, 12. Februar 2008

gränni-Verleihung

Die drei unsexiesten Männer, die mir spontan so in den Sinn kommen:
  1. Christoph Mörgeli
  2. George W. Bush
  3. James Blunt
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be my guest

Featuring:

Das CHAMÄLEON wechselt natürlich ständig die Farbe. Es läuft öfters mal rot an vor Wut wenn es wieder einmal an allem schuld sein soll, wird höchstens gelb vor Neid wenn es Reiseberichten anderer Leute zuhört oder ist ab und zu blau, weil es immer mal wieder die Luft anhalten soll. Der KLEINE BÄR ist mittlerweile gar nicht mehr sooo klein und muss derzeit hauptsächlich mit List und allerlei Tücke von seinem Nintendo DS weg und zu den übrigen Freuden des Lebens hingeführt werden. Er verbringt gerne viel Zeit in seiner kuschligen Bärenhöhle und hält Schule für eine schlimme Verschwendung seiner Zeit. Der Bär ist von sanftem Charakter, manchmal aber brummt er gehörig. Der KLEINE WOLF ist für jede Aktivität zu haben - ausser manchmal für Geschirrspülmaschine ausräumen. Er legt gerne weite Strecken zurück, auch in Fussball- oder Schlittschuhen - und jagt unermüdlich nach süssem Naschwerk. Ab und zu knurrt er grimmig, heult wild und zeigt die Zähne. Macht aber gar nichts. Der LIEBSTE schliesslich ist eben einfach der Liebste. Meistens jedenfalls. Und dann wäre da noch ERNST...

(...)
aaaargh!
aha!
Bär & Wolf GmbH
Buchorakel
daily soap
eigentlich
Erinnerung an...
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getting older
oh, my love
plusminus
schwarz auf weiss
Terrariumpflege
und übrigens
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